Tauchen im Ostpazifik
Galápagos, Kokosinsel, Malpelo und Socorro
Galápagos, die Kokosinsel, Malpelo und Socorro haben viel gemeinsam. Es sind Vulkaninseln mitten im Pazifik, weit weg von der Küste, und um zu ihren besten Tauchplätzen zu kommen, verbringst du mindestens eine Nacht auf See. Was Taucher dorthin zieht, sind die Großfische: Hammerhaie, Mantas, Seidenhaie und Galápagos-Haie und, zur richtigen Zeit, der Walhai.
Auf dem Papier ähneln sie sich so sehr, dass die Wahl schwerfällt. Die Unterschiede zeigen sich erst im Detail: in welchen Monaten sich welches Ziel lohnt, welches Niveau verlangt wird, wie viele Nächte du an Bord verbringst und was du am Ende bezahlst.
Ich würde zuerst nach deinen Reisedaten auswählen und danach nach deinem Niveau, denn diese beiden Punkte schließen am schnellsten Ziele aus. Wenn du schon weißt, wohin es geht, hat jedes Ziel seinen eigenen ausführlichen Guide: Galápagos, die Kokosinsel, Malpelo und Socorro.
Das Wichtigste auf einen Blick
| Galápagos | Kokosinsel | Malpelo | Socorro | |
|---|---|---|---|---|
| Land | Ecuador | Costa Rica | Kolumbien | Mexiko |
| So kommst du zum Schiff | Flug nach Quito oder Guayaquil und Inlandsflug nach Baltra oder San Cristóbal | Flug nach San José und weiter auf der Straße nach Puntarenas | Flug nach Cali und weiter auf der Straße nach Buenaventura | Flug nach Los Cabos; das Schiff legt in Cabo San Lucas ab |
| Überfahrt | Eine Nacht (ca. 15–17 h) bis Darwin und Wolf; an den zentralen Inseln wird ab dem ersten Tag getaucht | Ca. 30–36 h | 30–40 h | 24–30 h |
| Übliche Dauer | 7 Nächte | 10 Nächte (einige Touren mit 8 oder 11) | 7–9 Nächte, je nach Schiff | 8 Nächte |
| Niveau | Meist AOW (CMAS 2★) mit rund 50 Tauchgängen | Je nach Schiff: von OW (CMAS 1★) mit Erfahrung bis AOW (CMAS 2★) mit rund 50 | Der Park verlangt AOW (CMAS 2★) und 35 Tauchgänge | Mindestens OW (CMAS 1★); AOW (CMAS 2★) mit 50 empfohlen |
| Hammerhaie | Ganzjährig; die größten Schulen laut den meisten Anbietern von Juni bis November | Ganzjährig; große Schulen von Juni bis November | Am besten von Januar bis Mai, laut mehreren Guides | Ganzjährig; am besten von Januar bis März |
| Saison der Schiffe | Ganzjährig | Ganzjährig | Ganzjährig | November bis Mai |
| Wasser | 21–27 °C von Dezember bis Mai; 16–23 °C von Juni bis November | 22–29 °C | Kalte Schichten von Januar bis Mai; 26–28 °C von Juni bis Dezember | 22–26 °C |
| Schiff pro Reise | Ca. 4.600–6.900 €, 7 Nächte | Ca. 5.900–7.050 €, 10 Nächte | Ca. 3.950–5.250 €, 7–9 Nächte | Ca. 3.250–4.650 €, 8 Nächte |
| Schiff pro Nacht | 650–990 € | 590–700 € | 490–585 € | 405–580 € |
| Parkgebühren | 200 USD (ca. 185 €; 100 USD für Staatsangehörige der CAN- und Mercosur-Länder) + 20 USD (ca. 19 €) für die Transitkarte | 50 USD (ca. 46 €) Eintritt pro Tag + 20 USD (ca. 19 €) pro Tauchtag | Rund 400–560 USD (ca. 370–520 €) pro Reise, je nach Schiff | Ca. 210 USD (ca. 195 €) pro Tauchtag |
| Druckkammer | In Puerto Ayora, auf den Inseln selbst | In San José, rund 36 h mit dem Schiff | Keine in der Nähe der Insel | In Cabo San Lucas |
Die Preise gelten pro Person in der geteilten Kabine, ohne Gebühren und Extras. Auf der Kokosinsel gibt es keine Touren mit 7 Nächten und bei Malpelo dauern sie 7 bis 9, deshalb nenne ich dir auch den Preis pro Nacht, damit du vergleichen kannst.
Was ist das Hammerhai-Dreieck?
So nennen Taucher das Gebiet zwischen der Kokosinsel, Galápagos und Malpelo. Wenn du die drei Inseln auf der Karte verbindest, ergibt sich ein Dreieck, und alle drei sind für ihre Hammerhai-Schulen bekannt.
Der Name hat einen Hintergrund. Ein bei Malpelo markierter Hammerhai tauchte später an der Kokosinsel und bei Galápagos auf, und mehrere an der Kokosinsel markierte Tiere sind bis Malpelo und Galápagos geschwommen. Es sind dieselben Tiere, die sich durch dasselbe Stück Ozean bewegen.
Deshalb schützen Kolumbien, Costa Rica, Ecuador und Panama diese Inseln gemeinsam im Meereskorridor des tropischen Ostpazifiks, zu dem auch Gorgona in Kolumbien und Coiba in Panama gehören.
Das passt zu dir, wenn dich vor allem die Hammerhaie reizen: Jede der drei Inseln eignet sich dafür, und welche es wird, entscheiden die Jahreszeit, dein Niveau und die Tage, die du hast.
Und Socorro?
Socorro gehört nicht zum Dreieck. Es liegt in Mexiko, rund 400 km von der Halbinsel Baja California entfernt, viel weiter nördlich als die anderen drei, und außerhalb des Korridors.
Zu den anderen dreien passt es, weil die Reise ähnlich abläuft: Schiff ab der Küste, Überfahrt auf offenem Meer und Großfische. Hammerhaie gibt es dort auch, aber nach Socorro fährt man vor allem wegen der ozeanischen Mantas, die an den Putzerstationen auf die Taucher zukommen, und wegen der Delfine.
Alle vier Ziele sind UNESCO-Welterbe.
Welches Ziel passt zu dir?
Galápagos
Auf Galápagos taucht sich jede Zone anders. An den zentralen Inseln hast du an Gordon Rocks die besten Chancen auf Hammerhaie, und in Küstennähe kommen Seelöwen zum Spielen an die Gruppe heran. Darwin und Wolf im Norden sind das, wofür fast alle kommen, vor allem wegen ihrer Hammerhai-Schulen. Im Westen, bei Isabela und Fernandina, kannst du Pinguinen begegnen, Meerechsen beim Fressen unter Wasser oder einem Mondfisch.
Außerdem musst du hier nicht eine Woche auf dem Schiff verbringen, um zu tauchen. Es gibt Flughäfen auf den Inseln und Tagesausfahrten zum Tauchen ab Santa Cruz und San Cristóbal, auch wenn Darwin und Wolf nur per Tauchsafari erreichbar sind. Und auf der Tauchsafari gibt es meist auch einen Landgang.
Das passt zu dir, wenn:
- du auf einer Reise ganz unterschiedliche Tiere sehen willst: Haie, Seelöwen, Pinguine und Meerechsen.
- du eine Woche hast und nicht anderthalb Tage auf See verbringen willst, bevor der erste gute Tauchgang kommt.
- du mit jemandem reist, der nicht taucht, und ihr die Tage zwischen Schiff und Land aufteilen wollt.
Ich würde es mir zweimal überlegen, wenn dich kaltes Wasser abschreckt, denn in der kalten Saison brauchst du einen 7-mm-Anzug mit Kopfhaube und Handschuhen. Und wenn dein Budget knapp ist, schau dir die Tabelle genau an: Pro Nacht ist Galápagos teurer als die anderen drei.
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Kokosinsel
Die Kokosinsel ist Regenwald mitten im Ozean, bewohnt nur von Parkrangern. Unter Wasser laufen fast alle Tauchgänge gleich ab: Du gehst an einem Felsen bei einer Putzerstation in Position, bleibst ruhig und wartest, bis die Hammerhaie aus dem Blau auftauchen. Weißspitzen-Riffhaie gibt es in großer Zahl, und in denselben Tauchgängen kommen Galápagos-Haie, Seidenhaie, Mantas, Mobulas und Makrelenschwärme, die das Licht verdecken.
Wenn das Wetter mitspielt, organisiert das Schiff einen Landgang mit den Rangern durch Regenwald und zu Wasserfällen. Was es nicht gibt, sind Nachttauchgänge: Die Schiffe haben sie nach dem Angriff eines Tigerhais 2017 eingestellt.
Es fahren nur drei Schiffe, und sie sind lange im Voraus ausgebucht.
Das passt zu dir, wenn:
- du lange Urlaub hast und dir anderthalb Tage Überfahrt pro Strecke zutraust.
- du lieber ruhig an einem Felsen wartest, was aus dem Blau kommt, als ein Riff abzutauchen.
- du schon mit Strömung im offenen Meer getaucht bist und dich das nicht stresst.
Ich würde sie dir nicht empfehlen, wenn du leicht seekrank wirst oder nur wenige Tage hast. Auch nicht, wenn Korallen dein Ding sind: Außerhalb des Korallengartens von Manuelita ist alles Vulkanfels und Blau.
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Malpelo
Malpelo ist ein Felsen mitten im kolumbianischen Pazifik, mit einem Posten der Marine obendrauf und ohne Stelle, an der Besucher an Land gehen können. Alles spielt sich unter Wasser und an Bord ab. Der Park lässt immer nur ein Schiff gleichzeitig zu und begrenzt die Gruppen auf sechs Taucher mit ihrem Guide, also hast du sehr wenige Leute um dich.
Man fährt wegen der Hammerhaie hin, manchmal in großen Schulen, und wegen der Seidenhaie. Und etwas fällt besonders auf: Muränen, die frei über den Grund schwimmen, außerhalb ihrer Löcher. Wer Glück hat, sieht das „Monster“, einen Kleinzahn-Sandtigerhai, der meist tiefer lebt, als man beim Sporttauchen kommt.
Die Logistik hat etwas von einer Expedition. Die Schiffe nehmen zwischen 12 und rund 20 Taucher mit, und auf der Plattform gibt es derzeit keine buchbaren Touren nach Malpelo.
Das passt zu dir, wenn:
- du schon eine Reise auf offenem Meer gemacht hast und etwas mit sehr wenigen Tauchern suchst.
- dich ein Felsen ohne Tourismus an Land reizt, bei dem es nur ums Tauchen geht.
- du an Bord keinen großen Komfort brauchst.
Wenn es deine erste Reise dieser Art wäre oder du das Tauchen mit etwas an Land verbinden willst, fang mit einem anderen Ziel an.

Socorro
Socorro ist das Ziel für Mantas. Am El Boiler, einer Felsnadel, die fast bis an die Oberfläche reicht, kommen ozeanische Mantas auf die Taucher zu und ziehen immer wieder über die Gruppe hinweg. Am Cabo Pearce schwimmen Delfine in die Tauchgänge hinein, und an der Roca Partida, einem winzigen Felsen auf offenem Meer, treffen sich Seidenhaie, Galápagos-Haie und Hammerhaie. In der Saison kommen Buckelwale dazu, die man unter Wasser oft singen hört, bevor man sie sieht.
Der Park hat Regeln, die du beim Packen kennen solltest: Handschuhe, Messer und lose Lampen sind nicht erlaubt, und an Land gehen darfst du nicht.
Das passt zu dir, wenn:
- dich Mantas und Delfine mehr reizen als Hammerhai-Schulen.
- deine Reisedaten in die Saison der Schiffe fallen.
- dir eine Reise gefällt, bei der sich alles im Wasser und an Bord abspielt.
Such dir ein anderes Ziel, wenn du Korallen willst, denn der Grund ist Vulkanfels, oder wenn du nur zwischen Juli und Oktober reisen kannst, wenn die Schiffe nicht fahren.
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Wann lohnt sich welches Ziel?
Jedes Ziel hat seine starken Monate, und sie fallen nicht zusammen. Je nachdem, wann du reist, passen deshalb andere Ziele zu dir.
Wenn du zwischen Dezember und Mai reist
- Galápagos: warme Saison. Das Meer ist meist ruhiger und die Sicht wird besser; von Januar bis März gibt es Tage mit rund 30 m. An Land ist es heiß, mit kurzen Schauern.
- Kokosinsel: Trockenzeit, das heißt, es regnet weniger. Das Wasser ist etwas wärmer und klarer und das Meer ruhiger. Hammerhaie gibt es weiterhin, die größten Gruppen kommen aber in der anderen Jahreshälfte.
- Malpelo: die starke Zeit für Hammerhaie. Dafür weht meist mehr Wind, das Meer ist rauer und mitten im Tauchgang können kalte Wasserschichten auftauchen.
- Socorro: Die Saison der Schiffe geht von November bis Mai und fällt also fast ganz in diese Monate. Im November und Dezember ist das Wasser wärmer, im Januar und Februar sinkt es auf rund 22–24 °C.
Wenn du nur in dieser Jahreshälfte reisen kannst und Hammerhaie suchst, schau dir Malpelo und Socorro an. Wenn du leicht seekrank wirst oder es deine erste Reise mit starker Strömung ist, ist die warme Saison auf Galápagos eine gute Wahl.
Wenn du zwischen Juni und November reist
- Galápagos: kalte Saison. Es ist die Zeit der Garúa, eines Nieselnebels, der den Himmel an vielen Morgen grau macht. Das Meer ist bewegter, vor allem von August bis Oktober, und das Plankton kann die Sicht verschlechtern. Dafür ist das Wasser voller Nahrung und es gibt mehr Leben.
- Kokosinsel: Regenzeit. Die Strömungen bringen kälteres, planktonreiches Wasser, das Wasser wird etwas trüber und die Tauchgänge sind anspruchsvoller. In dieser Zeit sieht man die Hammerhaie am häufigsten in Gruppen.
- Malpelo: Das Wasser ist wärmer, der Wind lässt meist nach und die Sicht wird besser. Die kalten Schichten bleiben, liegen aber tiefer und sind weniger kalt.
- Socorro: Die Saison der Schiffe ist vorbei.
In diesen Monaten sind Galápagos und die Kokosinsel für Hammerhaie in Gruppen in Bestform.
Achtung in El-Niño-Jahren
Alle paar Jahre kommt El Niño: Das Wasser erwärmt sich, es steigt weniger kaltes, nährstoffreiches Wasser auf und die Hammerhaie halten sich meist tiefer auf, manchmal unterhalb der Grenzen des Sporttauchens. Wenn für deine Reisezeit ein starker El Niño angekündigt ist, schau dir die Prognose der NOAA an und frag beim Anbieter nach, wie die letzten Touren gelaufen sind, bevor du den Rest der Reise bezahlst.
Welches Tier willst du sehen?
Wenn du ein bestimmtes Tier sehen willst, zeigt dir diese Tabelle, wo und wann deine Chancen am besten sind.
| Art | Galápagos | Kokosinsel | Malpelo | Socorro |
|---|---|---|---|---|
| Walhai | Juni bis November, die besten Chancen Juli bis Oktober, vor allem bei Darwin | Vor allem Juni bis November, die meisten Sichtungen Juli bis Oktober | Juli bis September oder Oktober | November und Dezember sowie April und Mai |
| Mantas | Dezember bis Mai, am Cabo Marshall | Ganzjährig, ohne klare Saison | Kommen vor, ohne klare Saison | Die ganze Saison |
| Seidenhai | Im offenen Wasser, ohne klare Saison | Ganzjährig; laut einigen Agenturen häufiger von Dezember bis Mai | Mai bis Juli oder August | Die ganze Saison |
| Galápagos-Hai | Ganzjährig, vor allem bei Darwin und Wolf | Ganzjährig | Kommt vor, ohne klare Saison | Die ganze Saison |
| Delfine | — | Laut mehreren Agenturen häufiger von Dezember bis Mai | Kommen vor, ohne klare Saison | Die ganze Saison |
| Buckelwal | Vom Schiff aus, Juni bis Oktober; am häufigsten August und September | Zu manchen Zeiten, meist vom Beiboot aus | — | Januar bis April |
| Tigerhai | Ab und zu, bei Darwin und Wolf | Ab und zu | — | Ab und zu, an der Roca Partida |
— : Die Guides zu diesem Ziel heben es nicht hervor.
Auf kein Tier ist Verlass, nicht einmal in seinem besten Monat. Wenn ein bestimmtes Tier der Grund für deine Reise ist, prüf vor der Buchung, ob die Route deines Schiffs an den Plätzen vorbeiführt, an denen es meist zu sehen ist.

Welches Niveau wird verlangt?
Keines der vier ist ein Ziel für den Einstieg. Getaucht wird im offenen Meer, oft mit Strömung und weit weg von schneller Hilfe. Was sich von Ziel zu Ziel ändert, ist, wer die Messlatte setzt und wie genau sie kontrolliert wird.
Zur Einordnung: Open Water (OW) entspricht CMAS 1★ und Advanced (AOW) CMAS 2★. Wenn du beim VDST ausgebildet wurdest, sind das die Stufen Bronze und Silber deines Tauchsportabzeichens.
Was jedes Ziel verlangt
- Galápagos: Üblich ist Advanced (CMAS 2★) mit rund 50 Tauchgängen. Einige Schiffe nehmen Open Water (CMAS 1★) und empfehlen 60 bis 100 Tauchgänge, und manche verlangen in der kalten Saison mehr Erfahrung. Die meisten Schiffe gehen nicht tiefer als rund 30 m.
- Kokosinsel: Das hängt vom Schiff ab, und die Unterschiede sind groß, also prüf vor der Buchung die Bedingungen deines Schiffs. Die Schiffe setzen eigene Grenzen: keine Dekompression, Tauchgänge von höchstens 60 Minuten und eine maximale Tiefe von 30 bis 40 m, je nach Anbieter.
- Malpelo: Hier setzt der Park selbst die Messlatte, und ein Mitarbeiter prüft deine Brevetierung und dein Logbuch, bevor du tauchen darfst. Die Ferox, das Schiff mit den meisten Touren, verlangt zusätzlich 50 Tauchgänge, davon mindestens 35 im Meer, und ein Nitrox-Brevet. Die maximale Tiefe im Park liegt bei rund 42 m.
- Socorro: Mit Open Water (CMAS 1★) kannst du an Bord gehen, aber die Anbieter empfehlen mehr Erfahrung. Mit Open Water und rund 30 bis 40 Tauchgängen an unterschiedlichen Orten kannst du darüber nachdenken; wenn du gerade erst brevetiert wurdest, würde ich noch ein paar Reisen warten.
Komm mit Nitrox-Brevet
An allen vier Zielen hilft es dir. Auf der Kokosinsel und bei Malpelo ist es fast Pflicht, um die Grundzeit zu verlängern, ohne in die Dekompression zu kommen, und bei Malpelo verlangt die Ferox es. Auf einigen Schiffen kannst du den Kurs gegen Aufpreis an Bord machen, aber besser kommst du schon mit der Karte und nutzt Nitrox ab dem ersten Tauchgang. Wenn du es noch nicht hast, erkläre ich dir in unserem Guide zum Tauchen mit Nitrox, wie es funktioniert.
Bist du bereit für alle vier?
Wenn du alles mit Ja beantwortest, bist du gut aufgestellt:
- Bist du schon in starker Strömung getaucht und kannst schnell zum Grund abtauchen?
- Bewegst du dich entspannt auf 25–30 m, ohne den Computer aus den Augen zu verlieren?
- Kannst du die Signalboje setzen und den Sicherheitsstopp im Blauwasser machen?
- Kontrollierst du deine Tarierung gut genug, um ruhig an einem Felsen zu bleiben, ohne etwas Lebendes zu berühren?
Wenn dir etwas davon schwerfällt, sammle vorher Erfahrung an einem leichteren Ziel. Das Rote Meer für Einsteiger ist ein guter Ort für deine erste Tauchsafari.
Was kostet welches Ziel?
Der Preis des Schiffs ist nur der Anfang. Bei allen kommen Gebühren und Extras dazu, und bei manchen fallen sie stark ins Gewicht. In Socorro zum Beispiel wird die Parkgebühr pro Tauchtag berechnet, und bei sechs Tagen sind es über 1.000 USD (ca. 930 €).
Damit du sie fair vergleichen kannst, findest du hier Schiff plus Parkgebühren, pro Person und für die ganze Reise:
| Galápagos (7 Nächte) | Kokosinsel (10 Nächte) | Malpelo (7–9 Nächte) | Socorro (8 Nächte) | |
|---|---|---|---|---|
| Schiff + Gebühren | 4.800–7.150 € | 6.250–7.650 € | 4.450–5.600 € | 4.400–5.800 € |
| Transfer zum Schiff | Inlandsflug zu den Inseln, ca. 420–555 € hin und zurück | Straße bis Puntarenas: auf manchen Schiffen inklusive, auf anderen rund 95 € | Auf der Ferox inklusive; auf der Sea Wolf je nach Tour | Vom Flughafen Los Cabos nach Cabo San Lucas auf eigene Faust |
| Nitrox | Ca. 140–185 € pro Woche, falls nicht inklusive | Auf manchen Schiffen 75–140 €, auf anderen inklusive | Auf der Ferox inklusive | Auf manchen Schiffen 140–185 € pro Reise, auf anderen inklusive |
| Treibstoffzuschlag | Ca. 140–280 € auf den Schiffen, die ihn verlangen | 50–185 € | — | — |
— : Es gibt keinen veröffentlichten Betrag, der sich bei mehreren Anbietern wiederholt.
Dazu kommen der internationale Flug, die Hotelnächte vor und nach dem Schiff, die Versicherung und das Trinkgeld. Trinkgeld ist freiwillig und je nach Ziel sehr unterschiedlich; um deins zu berechnen, hast du unseren Trinkgeld-Guide und den Trinkgeld-Rechner.
Ich würde mir beide Zahlen ansehen: Der Preis pro Nacht zeigt dir, welches Ziel teurer ist, und der für die ganze Reise die Gesamtausgabe. Wenn du mit deinen Daten und deinem Schiff rechnen willst, nutz den Liveaboard-Kostenrechner.
So kommst du zu jedem Ziel
Für alle vier gilt dieselbe Regel: Übernachte mindestens eine Nacht in der Nähe des Abfahrtsorts, bevor du an Bord gehst. Wenn sich dein internationaler Flug verspätet und du das Schiff verpasst, kannst du es danach nicht mehr einholen. Und wenn dein Flug über die USA geht, brauchst du die Einreisegenehmigung der USA (ESTA oder Visum, je nach Staatsangehörigkeit), auch wenn du den Flughafen nicht verlässt.
- Galápagos: Wenn du die Wahl hast, reise über Guayaquil ein. Von dort fliegst du direkt zu den Inseln, während ab Quito fast alle Flüge in Guayaquil zwischenlanden. Vor dem Flug nach Galápagos musst du die Biosicherheitserklärung, die Transitkarte und eine Gepäckkontrolle erledigen, also sei 2 bis 3 Stunden vorher am Flughafen. Kauf den Inlandsflug erst, wenn du weißt, ob dein Schiff in Baltra oder in San Cristóbal ablegt.
- Kokosinsel: Der Flughafen ist San José (SJO) in Alajuela. Die Anbieter holen dich nur in einigen Hotels in San José ab, also frag nach, in welchen, bevor du deins buchst. Auf dem Rückweg kommt das Schiff frühmorgens in Puntarenas an; ich würde diese Nacht in San José verbringen, bevor du fliegst.
- Malpelo: Du fliegst nach Cali (CLO). Bei der Ferox wirst du in einem Hotel in Cali abgeholt und auf der Straße nach Buenaventura gebracht, rund 2,5–3 h; bei der Sea Wolf hängt es von der Tour ab. Plane, einen Tag vorher anzukommen und einen Tag danach abzureisen. Vor dem Flug nach Kolumbien musst du das kostenlose Formular Check-MIG ausfüllen.
- Socorro: Der Flughafen ist Los Cabos (SJD). Wenn du nicht aus den USA oder Kanada kommst, steigst du meist in Mexiko-Stadt um; prüf, ob du dort das Terminal wechseln musst. Die Schiffe legen in der Marina von Cabo San Lucas ab. Wenn du über Los Cabos einreist, musst du außerdem online eine Tourismussteuer des Bundesstaats bezahlen, Embrace It.
Die Visabestimmungen hängen von deiner Staatsangehörigkeit und vom Zielland ab. Du findest sie im Guide zum jeweiligen Ziel: Galápagos, Kokosinsel, Malpelo und Socorro.

Sicherheit weit weg von allem
Was diese Ziele besonders macht, die Entfernung, ist zugleich ihre Schwachstelle. Wenn unter Wasser etwas schiefgeht, dauert es, bis Hilfe kommt. Auf Galápagos gibt es eine Druckkammer auf den Inseln, schwere Fälle werden aber nach Quito oder Guayaquil ausgeflogen. Auf der Kokosinsel gibt es keine Landebahn, also läuft die Evakuierung per Schiff und dauert viele Stunden, und bei Malpelo gibt es keine Druckkammer in der Nähe der Insel. Und bei Socorro steht die Druckkammer zwar in Cabo San Lucas, doch die Inseln liegen gut einen Tag Fahrt entfernt.
Deshalb nehmen es die Schiffe mit den Regeln genau, und deshalb ist die Versicherung keine Formsache.
Tauchversicherung, immer
Auf der Kokosinsel, bei Malpelo und in Socorro ist eine Tauchversicherung Pflicht, um an Bord zu gehen, und auf Galápagos verlangt das Gesetz von ausländischen Touristen eine Krankenversicherung. Prüf, ob deine Police ausdrücklich Evakuierung und Druckkammerbehandlung abdeckt, und hab den Nachweis ausgedruckt oder auf dem Handy dabei. In unserem Guide zur Tauchversicherung steht, worauf du bei jeder Police achten solltest.
Ich würde eine Reiserücktrittsversicherung dazunehmen. Diese Reisen bezahlst du Monate im Voraus, und wenn du kurz vor der Abreise krank wirst, verlierst du normalerweise einen großen Teil des Geldes.
Boje und Notsender bei jedem Tauchgang
Auf offenem Meer ist die Signalboje das, womit dich das Beiboot findet, wenn dich die Strömung von der Gruppe trennt. An allen vier Zielen brauchst du eine, und ich würde deine eigene mitnehmen, mit der du schon umgehen kannst.
Mehrere Schiffe verlangen außerdem einen persönlichen Notsender: ein Gerät, das deine Position sendet, wenn du weit weg vom Beiboot an der Oberfläche treibst. Manche verleihen ihn, andere nicht, also frag bei der Buchung nach. 2016 trennte die Strömung bei Malpelo fünf Taucher von ihrer Gruppe, und zwei wurden nie gefunden. Heute verlangt der Park, dass jeder Taucher seinen Notsender dabeihat.
Verlass dich nicht auf einen Arzt an Bord
Manche Schiffe sagen es klar: Sobald sie den Hafen verlassen haben, ist kein Arzt an Bord. Wenn du Medikamente nimmst oder Allergien hast, sag es den Guides am ersten Tag.
Vor dem Rückflug
DAN empfiehlt, mindestens 18 Stunden zu warten, bevor du fliegst, wenn du mehrere Tage hintereinander getaucht bist. Auf der Kokosinsel und bei Malpelo erledigt das die Rückfahrt von selbst. Auf Galápagos und in Socorro achte darauf, wann dein letzter Tauchgang ist. Und wenn du über Quito zurückfliegst, denk daran, dass die Stadt auf rund 2.850 m Höhe liegt. Um deine Zeiten zu prüfen, hast du unseren Flugrechner nach dem Tauchen.
So buchst du
An allen vier Zielen gibt es wenige Schiffe und wenige Plätze, also sind die besten Termine schnell weg. Das passiert meist bei jedem Ziel:
- Kokosinsel: Zu manchen Zeiten sind fast alle Touren des Folgejahrs ausgebucht. Wenn deine Daten feststehen, plane die Buchung mehr als ein Jahr im Voraus.
- Galápagos: Juli bis Oktober und Weihnachten sind zuerst voll; für diese Termine rechne mit 9 bis 12 Monaten.
- Socorro: Die gefragtesten Monate, Januar bis März, sind 6 bis 12 Monate vorher ausgebucht.
- Malpelo: Es gibt wenige Touren mit wenigen Plätzen, also schau es dir früh an, wenn es dich interessiert.
Meine Reihenfolge beim Buchen
- Schau zuerst, welche Termine noch frei sind, und wähle unter den Schiffen, die Platz haben. Bei solchen Zielen endet es oft im Frust, wenn du mit deinem Lieblingsschiff anfängst.
- Lies die Bedingungen, bevor du zahlst: wie hoch die Anzahlung ist, wann die Restzahlung fällig wird und ab wann du nichts mehr zurückbekommst. Jeder Anbieter legt sie selbst fest, und wenn du über eine Agentur oder die Plattform buchst, gelten deren Bedingungen.
- Frag, wie viele Tauchtage die Reise hat. Zwei Touren mit gleich vielen Nächten können einen Tauchtag mehr oder weniger haben, und in Socorro ändert das auch die Gebühr, die du zahlst.
- Schließ die Reiserücktrittsversicherung gleich nach der Bestätigung ab, denn sie deckt nichts, was vor dem Abschluss schon passiert ist.
- Kauf die Flüge zuletzt, wenn Platz und Versicherung feststehen.
Auf der Plattform siehst du die Touren für Galápagos, die Kokosinsel und Socorro mit Preisen und freien Plätzen und kannst in Euro oder Dollar buchen. Malpelo gibt es dort derzeit nicht. Wenn du nach Malpelo willst oder bei einem der vier zwischen Schiffen und Terminen schwankst, schreib mir und ich helfe dir bei der Wahl.

Häufige Fragen
Kann ich allein reisen?
Ja, und auf diesen Schiffen ist das ganz normal. Meist kommst du in eine geteilte Kabine mit einem anderen Taucher, der auch allein reist. Wenn du eine Kabine für dich willst, frag vor der Buchung nach dem Zuschlag, denn der ist von Anbieter zu Anbieter sehr unterschiedlich.
Und wenn ich seekrank werde?
Die Überfahrten gehen über offenes Meer, und zur Kokosinsel, nach Malpelo und nach Socorro dauern sie mehr als einen Tag. Die Anbieter empfehlen, etwas gegen Seekrankheit mitzunehmen, auch wenn du sonst nicht seekrank wirst. Sprich vor der Reise mit deinem Arzt, vor allem wenn du andere Medikamente nimmst. In unserem Artikel zur Seekrankheit auf der Tauchsafari steht, wie du am besten durchkommst.
Welchen Anzug nehme ich mit?
- Galápagos: hängt von der Saison ab; schau vor dem Packen in den Galápagos-Guide.
- Kokosinsel: 5 mm, oder 7 mm, wenn du schnell frierst, und viele nehmen eine Kopfhaube dazu.
- Malpelo: 5 mm mit Kopfhaube, oder 7 mm, wenn du schnell frierst. Hier sind Handschuhe erlaubt.
- Socorro: 5 mm für die ganze Saison.
Gibt es Internet an Bord?
Auf manchen Schiffen gibt es Satelliteninternet, fast immer gegen Gebühr, auf anderen nur ein Satellitentelefon, das pro Minute abgerechnet wird. Rechne damit, die meiste Zeit offline zu sein, und sag zu Hause Bescheid, bevor ihr ablegt.
Sind die Haie gefährlich?
Hammerhaie sind scheu: Wenn du ihnen nachschwimmst oder dich mitten in die Gruppe drängst, verschwinden sie. Ernste Zwischenfälle mit Tauchern sind selten. Wenn du dich an das Briefing hältst, bei der Gruppe bleibst und nicht versuchst, dich den Tieren zu nähern, tauchst du mit einer vernünftigen Sicherheitsmarge. Wenn sie dir Respekt einflößen, steht in unserem Guide Tauchen mit Haien, wie du dich verhältst.
Ist die Kokosinsel dasselbe wie die Kokosinseln?
Nein. Die Kokosinseln (Keeling) sind ein australisches Außengebiet im Indischen Ozean. Die Kokosinsel gehört zu Costa Rica und heißt auf Englisch Cocos Island, auf Spanisch Isla del Coco. Wenn du Flüge oder Schiffe suchst, achte darauf, dass Costa Rica dabeisteht.
Noch unentschlossen?
Das ist normal: Es sind teure, lange Reisen mit wenigen Plätzen, und eine falsche Wahl tut weh. Erzähl mir deine Reisedaten, dein Niveau und was du am liebsten sehen willst, und ich helfe dir, Ziel und Schiff auszuwählen.